Von der Rentenlüge zur Rentenwahrheit

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Nach einer aktuellen, repräsentativen Umfrage des Marktforschungsinstitutes GfK rechnen drei Viertel der Bürger in Deutschland mit sinkenden Renten unter der großen Koalition - Recht werden Sie haben!!! Und um es deutlich zu sagen: Es wird noch schlimmer kommen. Auch dies ahnten die befragten Bundesbürger bei der Umfrage. Schließlich sah die Mehrheit die absolute Notwendigkeit einer privaten Vorsorge an - jedoch legen fast die Hälfte der Befragten kein Geld für die private Rente zurück. Ein Widerspruch in sich!

Es begab sich zur der Zeit.... -.... als die Deutschen noch ausreichend Nachwuchs bekamen und die demographische Entwicklung positiv für die gesetzliche Rentenversicherung war. Die Zeiten haben sich geändert und die demographische Entwicklung ist irreparabel zerstört. So ist es zwar durchaus lustig anzuhören, wenn der Demographieexperte Prof. Dr. Bernd Raffelhüschen davon spricht, dass unsere Bevölkerungspyramide aussähe wie ein Dönerspieß, jedoch ist den wichtigsten Menschen klar, welche katastrophalen Konsequenzen dieser demographische Wandel mit sich bringt. Denn der Geburtenrückgang bedeutet weniger Beitragszahler und die gleichzeitige Überalterung der Bevölkerung bedeutet mehr Leistungsempfänger. Weiterhin führt die anhaltend hohe Arbeitslosigkeit bzw. das Fehlen von Vollzeitbeschäftigten - immer mehr Menschen arbeiten stattdessen Teilzeit oder in sozialabgabenfreien Mini-Jobs - zu einer zunehmend schwierigeren Finanzierung der Rentenkasse.

"Bedingt durch das Umlageverfahren steigt die Belastung der Rentenkasse. Somit sind Leistungskürzungen unumgänglich und weitere Beitragserhöhungen sind auszuschließen", erläutert Jürgen Hansemann, Leiter des Bereichs Beratungstechnologie und Produktförderung die Rentenproblematik. So unterstreichen mittlerweile acht Rentenreformen seit 1977 diesen Trend. "In allen Reformschritten wurde jeweils das Nettorentenniveau durch die unterschiedlichen Eingriffe gesenkt, um den Beitragssatz in der gesetzlichen Rentenversicherung zu stabilisieren", erklärt Gabriele Hoffmann (GDV-Sprecherin) das Entstehen der Rentenlücke. Im Ergebnis heißt diese Entwicklung, dass besonders jüngere Jahrgänge betroffen sein werden. So kann laut Bernd Katzenstein, Sprecher des Deutschen Instituts für Altersvorsorge "ein(e) heute 30-Jährige(r) im günstigstem Fall mit einem so genannten Nettorentenniveau von 50 Prozent rechnen. Und dies ist noch optimistisch gedacht." Demnach erhält ein(e) junge(r) Mann/Frau im ersten Rentenjahr gerade einmal die Hälfte des letzten Nettoeinkommens - derzeit sind es noch ca. 70 Prozent.

Wie schließe ich eine Lücke?!
Fakt ist: Die gesetzliche Rente wird nur noch eine Basisversorgung bieten. "Den Lebensstandard zu Erwerbszeiten kann im Alter nur halten, wer rechtzeitig privat vorsorgt und so den progressiv steigenden Zinses-zins-Effekt nutzt", erläutert Altersvorsorgeexperte Katzenstein. Doch warum sorgen immer noch so wenige Menschen für ihren späteren Lebensabend vor? Katzenstein sieht hierfür mehrere Faktoren: "Zum einen fehlt es besonders jungen Menschen an der finanziellen Allgemeinbildung und Eigeninitiative, wie diese in anderen Ländern, z. B. USA oder England, gegeben ist. Vielen Menschen denken immer noch, dass der Staat schon für ihn ausreichend sorgen wird - ein Trugschluss. Ferner ist die Konsumpräferenz zu stark ausgeprägt. Das Alter ist noch lange hin, und man will zunächst einmal in vollen Zügen leben. Das Sparen wird auf später verschoben - mit der traurigen Konsequenz, dass der Lebensstandard im Alter den Ansprüchen nicht genügen wird."
Dabei gibt es eine Reihe von Altersvorsorgeprodukten, die bei richtiger Auswahl und beim frühen "Sparstart" dafür sorgen, dass die Rentenlücke geschlossen werden kann. So bieten sich als Lösungsmöglichkeiten staatlich geförderte Altersvorsorgeprodukte wie Riesterrente oder klassische private Rentenversicherungen an. "Rentenversicherungen haben den Vorteil, dass sie wie die gesetzliche Rente bis zum Lebensende zahlen. Stark gefördert werden auch die Rentenversicherungen in der betrieblichen Altersvorsorge", erörterte GDV-Sprecherin Gabriele Hoffmann deren Vorteile. Aber auch die Sparpläne oder auch Fonds bieten ausgezeichnete "Lückenschließermöglichkeiten". Frau Hoffmann erklärt weiter: "Letztlich hat der Kunde die Aufgabe, ein Produkt auszuwählen, das zu seinem Risikoprofil in der Altersvorsorge passt, wobei auch Kombinationen der unterschiedlichen Wege möglich sind." Und die Aufgabe des Finanzdienstleisters hierbei ist, das passende und bedarfsorientierte Produkt für den Kunden herauszufiltern und vorzuschlagen.

 

Quelle: Finanzwelt/20.02.2006

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