Private Altersvorsorge "Wenn ich einmal reich wär..."
Das Leben ist nur manchmal wie ein Musical. Rentenreform, niedrigeres Rentenniveau, unsichere Zukunft?
Klar ist, die staatliche Rente ist nicht mehr das "El Dorado" fürs Alter - jetzt muss privat vorgesorgt werden.
Und es geht nicht mehr nur um eine Versorgungslücke...
Die Sachlage ist seit Jahren klar, doch erst jetzt wird der Trend deutlich: Immer weniger Arbeitnehmer zahlen für immer mehr Rentner.
Waren es im Jahr 1995 noch 53 Rentner, die von 100 Arbeitnehmern verhalten werden mussten, so sind es im Jahr 2030 knapp doppelt soviel. Hinzu kommt, dass die deutsche Bevölkerung überaltert; die Lebenserwartung steigt, die Geburtenrate nimmt seit zwei Jahren wieder ab nach einem kurzen Hoch.
Die aktuelle Rentenanpassung versucht zu retten, was zu retten ist - die Renten steigen in diesem und im nächsten Jahr nur um die Inflationsrate. Im Jahr 2002 sollen die Renten dann wieder mit den Löhnen steigen; Wehrmutstropfen: Die Höhe der Rente soll bei 67 Prozent des letzten Nettoeinkommens eingefroren werden, und das für die nächsten 30 Jahre.
Die Zukunft sieht für die zukünftigen Rentner noch düsterer aus:
Ein Arbeitnehmer, der in 11 Jahren in Rente geht, erhält im Jahr 2030 ein Nettorentenniveau von 68 Prozent; tritt er jedoch im Jahr 2030 die Rente an, muss er sich mit etwa 64 Prozent begnügen (Quelle: Investor). Rechnungsmodelle zur Rentenreform gab und gibt es viele; übrig bleibt die private Altersvorsorge, mit der die geplante Absenkung der Rente ausgeglichen werden soll.
Bisher bleiben die Arbeitgeber von diesem Anteil verschont, was die Gewerkschaften auf den Plan ruft. Reform hin, Reform her. Eines ist klar: Die private Rentenreform ist die sicherste. Und hier bewegt sich der Investor auf einem weiten Feld, denn die Welt der Finanzen ist groß.
Aktien, Fonds, Immobilien? Die Entscheidung fällt allein schon für die Art des Investments nicht leicht, abgesehen von der Wahl des Anbieters. Die private Altersvorsorge muss sicher sein - schon allein angesichts der Tatsache, dass wir immer älter werden, folglich auch einen längeren Zeitraum finanziell absichern müssen. In punkto Sicherheit liegen Immobilien nach wie vor auf dem ersten Platz. Folglich sollten Immobilien das Fundament der eigenen Altersvorsorge bilden.
Die zweite Stufe könnte die der Fondsanlagen sein; gestreutes und professionell gemanagtes Risiko bringt höhere Sicherheit bei akzeptabler Rendite. Die Spitze der eigenen Vermögenspyramide könnten dann die Aktien bilden, sofern man freies Kapital besitzt, dessen Totalverlust nicht zu sehr schmerzt.
Die Entscheidung für ein Immobilieninvestment steht und fällt mit der Qualität. Qualität des Standortes, des Konzepts, der Bauweise - der beteiligten Partner. Hier muss man prüfen, was sich für Jahre bindet; ein Immobilieninvestment ist eine langfristige Anlage.
Die derzeitigen Trends lassen vermuten, dass Immobilien wieder auf dem Vormarsch sind; derzeit schlummern sie in einem attraktiven Tief, das man ausnützen sollte. Die Hypothekenzinsen bewegen sich noch auf interessantem Niveau, das Angebot ist gut, die Preise moderat. Mit steigender Inflation ist auch mit einem Anstieg der Preise und Zinsen zu rechen, was sich im eigenen Geldbeutel schnell bemerkbar macht - positiv oder negativ, je nach Zeitpunkt der Kaufentscheidung.
Der Rückgang der Bautätigkeit der letzten Jahre, die Zunahme der Single-Haushalte, die längeren Immobiliennutzungszeiten wegen höherer Lebenserwartung, die nach wie vor starke Zuwanderung nach Deutschland, der jährliche Substanzverlust sowie die wachsenden Wohnflächenansprüche sorgen in den nächsten Jahren für einen steigenden Nachfrage-Markt.
Aktien bleiben weiterhin ein Spiel für Menschen mit starken Nerven. Die Volatilität insbesondere der Wachstumswerte wird weitergehen. Wem es bei der Achterbahnfahrt an der Börse nicht schlecht werden soll, sollte mindestens DM 250.000,-- fest auf der Seite haben, um mit etwa DM 50.000,-- zu spekulieren. Aktienkäufe auf Kredit führen in den schnellen Ruin, man denke an die Japaner.
Wer ruhigere Gewässer vorzieht, sollte sich an Fonds festhalten. Hier ist für jeden Anlegergeschmack etwas dabei - von risikofreudig bis konservativ. Wer von jedem etwas abhaben möchte, sollte sich für ein Ensemble verschiedener Fondsarten entscheiden. Wie bei jeder wichtigen Entscheidung, ist guter Rat teuer - vor allem dann, wenn sich herausstellt, dass es der falsche war. Anlageberater gibt es in Deutschland mehr als genug, ebenso wie Vermögen.
Dennoch - allein über 400 Millionen DM verschwinden pro Jahr in dubiosen Kanälen noch dubioserer Telefonverkäufer, von der Dunkelziffer angelegtem und verlorenem Schwarzgeld ganz zu schweigen. Der heutige Kapitalmarkt ist derart komplex, dass viel Wissen nötig ist, um gute und nachhaltige Gewinne zu machen. Zudem verdient es jede Mark professionell angelegt zu werden.
Prüfen Sie zunächst Ihren Anlagecharakter - welche Anlage passt am besten zu Ihnen? Ist diese Frage beantwortet, stellt sich die Wahl des Beraters. Gute Berater haben adäquate Referenzen, können die Fragen des Investors beantworten oder zumindest Antworten schnell und kompetent nachreichen. Wer sein Geld selbst verwalten will, der sollte sich dennoch einen Berater leisten - ein Austausch auf fachlicher Ebene ist in jedem Fall eine Bereicherung.
Wer sich im Internet informieren will, der sollte die Website www.kapitalanlagenforum.de regelmäßig anklicken.
Aktuelle News, Fakts und Trends aus Wirtschaft und Finanzen gibt es dort wöchentlich. "Die Zukunftsmärkte", so Zukunftsforscher Oliver W. Schwarzmann, "liegen im direkten Umfeld des Menschen. So sind Weiterbildung, Kommunikation, Unterhaltung, Freizeit, Finanzdienstleistung, Wellness, Logistik, Pflege und Therapie sowie Immobilien zweifellos die Märkte der Zukunft, denn auf diese Bereiche kann und will der Mensch nicht verzichten." Diesem Tipp sei nichts hinzugefügt, außer folgende Schlussbemerkung: Vor vierzig Jahren haben viele in Immobilien investiert und haben heute ein gutes Ruhekissen. Manche Immobilienbesitzer brauchen sogar nicht einmal mehr "Wenn ich einmal reich wär" zu singen...
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